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Genuss für die Seele: Meditation Teil 1

Achtsames Aufheben eines Füllers vom Schreibtisch

Das Thema “Meditation” und Buddhismus begleitet mich schon lange Zeit in immer wieder unterschiedlicher Intensität. In meiner Schulzeit hatte ich einen guten Freund, der sich selbst als tibetanischen Buddhist bezeichnet hat. Durch ihn hatte ich die Chance das erste Mal mit dem Thema in Kontakt zu kommen.

Damals war ich aber bei weiten noch nicht bereit dazu. Ich fand es zwar spannend etwas zu tun, was andere nicht tun und in dieser Lebensphase ist sowieso alles interessant, was neu ist, aber ich habe eher eine spontane “Erleuchtung” erwartet. Als diese nicht eingetreten ist, habe ich schnell das Interesse daran verloren.

Leider habe ich auch den Freund seit dem letzten Schultag nicht mehr gesehen und mich würde sehr interessieren, was aus ihm geworden ist, einfach auch, weil er damals schon in seiner persönlichen Entwicklung so weit war, vielleicht könnte er heute ein guter spiritueller Lehrer sein.

Achtsamkeit ein erster Schlüssel zum Thema “Meditation”

Nach vielen Jahren hielt ich ein Buch zum Thema “Achtsamkeit” in meinen Händen. Dem Wort Achtsamkeit begegnet man heute immer und immer wieder. Ich denke es drückt ein Sehnen der Menschen nach Entschleunigung des Alltages aus. Eine gute Übung der Achtsamkeit ist es, eine normale Tätigkeit in deutlich langsamer Geschwindigkeit auszuführen und dabei auf die vielen sensorischen Erfahrungen zu achten und diese wahrzunehmen. Möchtest Du einmal versuchen einen Stift in Zeitlupengeschwindigkeit vom Schreibtisch aufzuheben?

Achtsames Aufheben eines Füllers vom Schreibtisch

Achtsames Aufheben eines Füllers vom Schreibtisch

Dabei kannst Du auf jede Anspannung und Entspannung der Muskeln in Deinen Fingern, in der Hand und im Arm achten. Verfolge den Stift mit Deinen Augen und nimm dabei einmal wirklich wahr, was Du sehen kannst.

Eine andere Übung, die ich Dir gerne anbiete ist es z.B. einmal eine kleine Runde ganz bewusst und achtsam zu gehen. Reduziere Deine normale Laufgeschwindigkeit immer weiter und weiter, bis Du beginnst zu spüren, wie Dein Fuss abrollt, wie Deine Ferse auf dem Boden aufsetzt und wie sich Dein Körper nach jedem Schritt neu ausbalanciert. Es kann gut sein, dass Du in diesem Zustand der Langsamkeit auch wieder neue Gerüche und Geräusche wahrnimmst. Ich bin immer wieder überrascht, dass ich erst dann wieder Vögel hören kann oder den Wald riechen kann, wenn ich meine Geschwindigkeit reduziere im Alltag und wenn wir im “Autopilotenmodus” unterwegs sind, filtert unser Gehirn diese “unwichtigen” Informationen einfach aus. Dieser Mechanismus ist grundsätzlich gut, aber nimmt Dir hier die Tiefe der Erfahrung.

Meditation jenseits des Lotussitzes

Wenn Du diese beiden Übungen durchgeführt hast, dann hast Du bereits meditiert, ohne etwas formales zu tun, was wir immer mit Meditation verbinden. Es benötigt keinen Schneidersitz, kein Mantra, keine besondere Haltung, sondern wenn Du durch die Achtsamkeit im jetzigen Moment bist, dann wirst Du vielleicht auch feststellen, dass Dein andauernder Gedankenstrom, denn Du ansonsten im Hintergrund immer denkst, für einen Moment angehalten hat und Du es geschafft hast, für einen Moment “nichts” zu denken.

Die Dauer dieses Momentes immer mehr zu verlängern, darum geht es in der regelmäßigen Meditationspraxis.

In Teil 2 schreibe ich etwas über eine etwas formalere Art der Meditation und dass auch diese Meditation jederzeit im Alltag stattfinden kann.

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