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Füller – Montblanc Meisterstück 146

Montblanc Meisterstück 146

Das Montblanc Meisterstück 146 war mein erster, wirklich hochwertiger Füller, den ich vor inzwischen auch schon vielen Jahren von meinen damaligen Kollegen zum Ausstand geschenkt bekommen habe. Somit habe ich eine ganz persönlich emotional aufgeladene Beziehung zu diesem Füller. Doch auch ganz rational betrachtet handelt es sich hier um einen wirklichen Klassiker.

Hersteller:

Ist die Hamburger Firma Montblanc. Montblanc gehört zum Richemont-Konzern.

Vor einigen Jahren konnte ich an einer Werksführung teilnehmen. Dies ist auch heute noch möglich, die Anzahl der Führungen ist allerdings beschränkt und somit kann es gut sein, dass man ein Jahr auf einen Termin warten muß.

Montblanc hat eine unwahrscheinliche Fertigungstiefe und dies auch bei den Standardmodellen. So werden alle Einzelteile eines 146 in Hamburg hergestellt.

Gegründet wurde die Firma 1908 unter dem Namen “Simplo Filler Pen Co.” Montblanc war von Anfang an ein Premiumhersteller. Das Meisterstück wurde im Jahr 1924 das erste mal produziert. Eine besondere Idee war damals, die Höhe des Montblanc, nämlich 4810 Meter in die Feder des Füllers einzuprägen. 1930 hat Montblanc den ersten, funktionstüchtigen Druckbleistift, den PIX, auf den Markt gebracht. Wenn Sie heute die Innenseite des Clips betrachten, finden Sie dort noch heute Pix eingeprägt.

Kappe:

Kappe des MB 146 Meisterstück

Kappe des MB 146 Meisterstück

Die Kappe des Montblanc und der Füller an sich haben die Zigarren- oder Torpedoform. Auf der Kappe ist oben ein weißer Stern eingelassen. Dies ist das Markenzeichen und stellt die schneebedeckte Bergspitze des Montblanc dar. Am unteren Ende erkennt man die drei Goldringe und auf dem mittleren, breiten Ring ist die Bezeichnung “Montblanc – Meisterstück” eingraviert. Oben am Clip wird in jeden Füller eine individuelle Seriennummer eingelasert. Damit läßt sich der Füller eindeutig identifizieren.

Korpus:

Korpus des MB 146 Meisterstück

Korpus des MB 146 Meisterstück

Auch hier: klassische Zigarren- oder Torpedoform. Hinten ist wieder ein Goldring zu erkennen, der hintere Teil ist das Griffstück für die Kolbenmechanik. Das Tintensichtfenster ist unter dem Gewinde angebracht. Der Füller liegt gut in der Hand und die Hand ermüdet auch nach langem Schreiben nicht.

Design:

Design des MB 146 Meisterstück

Design des MB 146 Meisterstück

Ich glaube dies ist das am meisten kopierte Design der Füllerwelt. Ich habe schon einige -vor allem Kugelschreiber- in der Hand gehalten, die dem Design des Meisterstückes doch erstaunlich nahe kamen. Das Design wird einfach mit einem besonders hochwertigen Schreibgerät verbunden. Montblanc ist es gelungen, diese Zigarren- oder Torpedoform durch die allermeisten seiner Schreibgeräte durchzuziehen.

Das Edelharz ist sehr hochwertig, auch nach jahrelangem Gebrauch zeigen sich kaum Kratzer und Gebrauchsspuren. Und der Füller glänzt noch genauso schön wie am ersten Tag.

Füllmechanismus:

Der 146 ist ein Kolbenfüllhalter. Er wird direkt durch das Eintauchen der Feder in das Tintenfaß befüllt. Der Mechanismus funktioniert auch nach Jahren und einer ganzen Menge an Betankungen noch ohne jedwede Probleme.

Feder:

Feder des MB 146 Meisterstück

Feder des MB 146 Meisterstück

Es handelt sich um eine Goldfeder der Stärke B. Diese wirkt bei MB nicht wie eine Rundkornfeder, sondern eher wie eine Stub. Womit ich und auch andere Nutzer allerdings Probleme haben, ist der Tintenfluß und auch das Anschreibverhalten. Dies ist bei meinem 146 aus den 90er Jahren nicht immer Ideal, vor allem dann, wenn eine pigmentiertere Tinte als das Blau von Montblanc verwendet wird. Dies sorgt leider auch dafür, dass ich diesen Füller nicht so oft benutze, als es eigentlich aufgrund des Preises angebracht wäre.

Anhand des Federdesigns kann man auch in etwas das Fertigungjahr des Füllers abschätzten. Es gab Zeiten, da war die ganze Feder gelbgoldig, dann wurde nur der ziselierte Streifen hervorgehoben, dann wieder wie bei einem Füller der ein ganzer Teil der Feder.

Bürotest:

Ein Montblanc Meisterstück 146 passt in jedes Büro. Man muß allerdings gut darauf aufpassen, denn es ist als wertvoller Füller erkennbar und ich würde ihn nicht unbedingt verleihen 🙂 Durch ein Meisterstück zeigt man Stil und Geschmack. Allerdings gilt das gleiche wie bei einer Rolex: Understatement geht anders….

Mein Fazit:

Ich nehme mein Meisterstück immer wieder gerne zur Hand, auch trotz seiner Anschreibprobleme. Vielleicht spendiere ich dem Füller demnächst eine Behandlung bei einem Nib-Master um ihm hiermit einen intensiveren Einsatz zu ermöglichen.

Bezugsquelle und Preis:

Montblanc Online Shop

Speziell bei diesem Füller wäre ich bei Angeboten in der Bucht sehr sehr sehr vorsichtig, es benötigt einige Erfahrung eine Fälschung von einem Original zu unterscheiden. Da es diesen Füller auch schon seit einigen Jahren gibt, so gibt es auch einige Varianten. In den 80er Jahren z.B. war die Feder auf Gelbgold, danach und davor wieder bi-color usw. usw. Also: Am Besten zu Montblanc oder bei einem wirklich guten Freund einen gebrauchten Füller kaufen.

andere Tests im Netz:

EZine

Fountainpennetwork

Techblog

 

3 Kommentare

  1. Danke für den tollen Bericht.
    Ich dachte immer Montblanc war in den Nachkriegsjahren kein Premiumhersteller sondern hat mit Marken wie Pelikan konkurriert.

  2. Just Me sagt

    Hallo Matthias,
    da hast Du natürlich auch recht, denn es gab mal eine Zeit, wo MB sicherlich auch in anderen Gewässern gefischt hat. Ich kann mich da auch noch an einige Schreibgeräte aus den 80ern erinnern, die sicherlich nicht “Luxus” waren. Aber davor und danach, auf jeden Fall 🙂

    LG Michael

  3. Als ich Deinen Kommentar gelesen habe, habe ich gerade gedacht “was, sogar in den 80ern?” – doch dann ist mir eingefallen, dass mein Vater einen Montblanc Kuli mit Werbeaufdruck hatte, ich glaube von einem Lackhersteller. Schlecht sah er nicht aus, aber mehr als 10,- DM hatte er wahrscheinlich nicht gekostet.

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